PV-Direktvermarktung
Direktvermarktung Rechner: Erlöse & Kosten für Ihre PV-Anlage
Ab 100 kWp installierter Leistung sind Betreiber zur Direktvermarktung verpflichtet. Hier sehen Sie, wie sich Ihre Erlöse zusammensetzen, was die Direktvermarktung kostet und ab wann sie sich lohnt — mit einer konkreten Beispielrechnung statt eines unverbindlichen Tools.
Kurz erklärt
Lohnt sich Direktvermarktung — und was kostet sie?
Für Anlagen ab 100 kWp ist die Direktvermarktung gesetzlich Pflicht. Statt einer festen Einspeisevergütung verkaufen Sie Ihren Strom über einen Direktvermarkter an der Börse und erhalten zusätzlich die gleitende Marktprämie. In Summe erreichen Sie damit in der Regel mindestens das Niveau des anzulegenden Werts — abzüglich eines vergleichsweise geringen Vermarktungsentgelts.
Die Direktvermarktung ist für pflichtige Anlagen also kein Nachteil, sondern der Normalfall: Das Vermarktungsentgelt liegt meist im Bereich von Bruchteilen eines Cents je Kilowattstunde, während die gleitende Marktprämie Ihre Erlöse gegen schwankende Börsenpreise absichert. Wirtschaftlich entscheidend ist daher weniger das „Ob“, sondern die Wahl des richtigen Direktvermarkters und eine saubere technische Anbindung (Fernsteuerbarkeit, Zählerkonzept).
Erlösmechanik
Wie entstehen Ihre Erlöse?
Der Erlös aus der geförderten Direktvermarktung setzt sich aus drei Bausteinen zusammen. Zwei davon bringen Geld, einer ist der Kostenblock:
Marktwert Solar
Der durchschnittliche Börsenpreis, den Solarstrom in einem Monat erzielt (Monatsmarktwert „MW Solar“). Ihr Direktvermarkter verkauft Ihren Strom am Spotmarkt — dieser Erlös fließt Ihnen direkt zu.
Gleitende Marktprämie
Die Differenz zwischen dem anzulegenden Wert (aus EEG-Vergütung bzw. Ausschreibung) und dem Marktwert Solar. Sie gleicht niedrige Börsenpreise aus und sichert Ihr Erlösniveau ab.
Vermarktungsentgelt
Das Entgelt des Direktvermarkters für Handel, Bilanzkreis und Fernsteuerung — der eigentliche Kostenblock. Oft ein monatlicher Fixbetrag (je nach Anlagengröße meist 80–250 €), seltener ein kleiner Betrag je kWh.
Beispielrechnung
Was bleibt unterm Strich? Zwei Anlagengrößen im Vergleich
Die folgende Rechnung zeigt die Größenordnung für eine geförderte Anlage in der gleitenden Marktprämie. Alle Marktwerte sind illustrative Beispielannahmen — bitte für Ihre Anlage mit aktuellen Werten gegenrechnen.
| Kennzahl | 135 kWpGewerbedach | 750 kWpGroße Dachanlage |
|---|---|---|
| Installierte Leistung | 135 kWp | 750 kWp |
| Jahresstromertrag¹ | 128.250 kWh | 712.500 kWh |
| Anzulegender Wert²Beispiel | 7,00 ct/kWh | 7,00 ct/kWh |
| ø Marktwert Solar (Jahreswert 2025)² | 4,51 ct/kWh | 4,51 ct/kWh |
| Marktprämie (anzul. Wert − Marktwert) | 2,49 ct/kWh | 2,49 ct/kWh |
| Vermarktungsentgelt³Beispiel | 80 €/Monat (960 €/Jahr) | 250 €/Monat (3.000 €/Jahr) |
| Jahreserlös (netto)⁴ | 8.018 € | 46.875 € |
Das Vermarktungsentgelt wird meist als monatlicher Fixbetrag abgerechnet — je nach Anlagengröße rund 80 bis 250 € pro Monat, im Beispiel also etwa 960 € bzw. 3.000 € pro Jahr. Hinzu kommen einmalige Kosten für die Einrichtung (rund 200 €) und die nach § 10b EEG erforderliche Fernsteuertechnik (einmalig etwa 1.500 bis 3.000 €). Gemessen am Gesamterlös bleibt der laufende Kostenblock klein — die Direktvermarktungspflicht schmälert Ihre Rendite nur geringfügig.
¹ Annahme: spezifischer Ertrag 950 kWh/kWp pro Jahr (Aufdachanlage, Deutschland).
² Marktwert Solar: Jahresmarktwert Solar 2025 = 4,508 ct/kWh (Quelle: netztransparenz.de). Monatswerte schwanken stark (z. B. Januar 2026: 11,02 ct/kWh, April 2026: 1,32 ct/kWh) — über die gleitende Marktprämie wirkt sich das kaum auf den Gesamterlös aus. Anzulegender Wert: Beispiel, anlagenspezifisch (Inbetriebnahme, Größe, Voll-/Überschusseinspeisung bzw. Ausschreibungs-Zuschlag, Bundesnetzagentur).
³ Vermarktungsentgelt: häufig monatlicher Fixbetrag (hier 80 € bzw. 250 €/Monat als Beispiel). Je nach Direktvermarkter sind auch Entgelte je kWh (etwa 0,1–0,3 ct/kWh) üblich. Hinzu kommen einmalige Kosten für Einrichtung und Fernsteuertechnik.
⁴ Vereinfachte Modellrechnung in der gleitenden Marktprämie ohne Profil- und Ausgleichseffekte. Keine Anlagenberatung im Einzelfall.
Vertiefung
Kosten, Pflichten und Sicherheiten im Detail
Welche Pflichten die Direktvermarktung konkret mit sich bringt, welche Kosten entstehen und welche Sicherheiten Sie als Betreiber haben, lesen Sie ausführlich in unserem Ratgeber.
Zum Artikel: Direktvermarktung — Kosten, Pflichten und SicherheitenBetrieb mit Greenion Flow
Direktvermarktung, Zählerstände, Abschläge und Jahresabrechnung laufen bei Greenion-Anlagen über Greenion Flow — unsere eigene Software für die kaufmännische Betriebsführung von PV-Anlagen. So behalten Sie Marktprämie, Erlöse und Verträge jederzeit im Blick.
Häufige Fragen
Direktvermarktung — häufige Fragen
Ab welcher Anlagengröße ist Direktvermarktung Pflicht?
Für Neuanlagen mit mehr als 100 kWp installierter Leistung ist die geförderte Direktvermarktung gesetzlich verpflichtend. Kleinere Anlagen können freiwillig in die Direktvermarktung wechseln, müssen aber nicht. Maßgeblich ist die installierte Leistung der Anlage.
Wie funktioniert ein Direktvermarktung-Rechner?
Ein Direktvermarktung-Rechner schätzt Ihren Jahreserlös aus dem Marktwert Solar (durchschnittlicher Börsenerlös), der gleitenden Marktprämie (Differenz zwischen anzulegendem Wert und Marktwert) und dem Vermarktungsentgelt des Direktvermarkters. Da Marktwerte monatlich schwanken, liefern statische Beispielrechnungen wie auf dieser Seite verlässlichere Größenordnungen als ein Tool mit Momentaufnahme-Werten.
Was kostet die Direktvermarktung?
Die wesentlichen Kosten sind das laufende Vermarktungsentgelt des Direktvermarkters — häufig ein monatlicher Fixbetrag von rund 80 bis 250 € je nach Anlagengröße, alternativ ein kleiner Betrag je kWh (etwa 0,1–0,3 ct/kWh). Hinzu kommen einmalige Kosten: eine Einrichtungsgebühr (rund 200 €) und die nach § 10b EEG erforderliche Fernsteuertechnik (einmalig etwa 1.500 bis 3.000 €). Über die gleitende Marktprämie wird ein Großteil der Erlösschwankung ausgeglichen, sodass die laufenden Kosten gering ausfallen.
Lohnt sich Direktvermarktung gegenüber der Einspeisevergütung?
Für Anlagen ab 100 kWp gibt es keine feste Einspeisevergütung mehr — die Direktvermarktung ist Pflicht. Über die gleitende Marktprämie erreichen Sie in Summe in der Regel mindestens das Niveau des anzulegenden Werts. Bei guten Börsenpreisen können zusätzliche Mehrerlöse entstehen. Die Direktvermarktung ist damit wirtschaftlich der Normalfall, nicht der Nachteil.
Was ist der Unterschied zwischen Marktwert Solar und Marktprämie?
Der Marktwert Solar ist der durchschnittliche Börsenpreis, den Solarstrom in einem Monat erzielt. Die Marktprämie ist die Differenz zwischen dem anzulegenden Wert (Ihrer Förderhöhe) und diesem Marktwert. Beide zusammen ergeben Ihren Erlös je Kilowattstunde. Zur Einordnung: Der Jahresmarktwert Solar 2025 lag bei 4,508 ct/kWh (Quelle: netztransparenz.de); die Monatswerte schwanken jedoch erheblich.
Brauche ich für die Direktvermarktung eine Fernsteuereinrichtung?
Ja. Anlagen in der geförderten Direktvermarktung müssen technisch fernsteuerbar sein, damit der Direktvermarkter die Einspeiseleistung abrufen und reduzieren kann. Die Anforderungen hängen von Anlagengröße und Netzbetreiber ab — wir berücksichtigen das bei Planung und Anbindung.
Lohnt sich Direktvermarktung für Ihre Anlage?
Wir rechnen Ihre Anlage mit aktuellen Marktwerten durch und zeigen Ihnen, welches Vermarktungs- und Betreibermodell sich rechnet — kostenlos und unverbindlich.